Pippali: Alles zum Langen Pfeffer im Ayurveda

Pippali der lange Pfeffer

Pippali, der lange Pfeffer, bringt Energie und wirkt stimulierend für Geist und Körper. Im Ayurveda ist er nicht nur ein wirksames Detoxmittel, sondern kommt auch zu medizinischen Zwecken zum Einsatz. Das feurige Gewürz passt zu fast allen Speisen und kann so seine Wirkung zu jeder Mahlzeit voll entfalten. Hier zeigen wir Ihnen, was Pippali bewirkt und geben leckere Tipps für die Zubereitung, die Ihr Verdauungsfeuer zum Lodern bringen werden!

Was ist Pippali?

Der lange Pfeffer, oder lateinisch Piper longum genannt, ist eine mehrjährige Kletterpflanze, die in den heißeren Gebieten Indiens beheimatet ist. Er wird dort bereits seit Jahrtausenden als Medizin verwendet und dank seines guten Geschmacks sehr geschätzt. Genauer gesagt sind es die etwa 4-5 cm länglichen Früchte, die dabei zum Einsatz kommen. Sie sehen ein bisschen so aus wie Birkenkätzchen und werden bereits getrocknet, wenn sie noch unreif sind, weil ihre Wirkung dann am stärksten ist.

Als angenehm scharfes Pulver findet der Pfeffer dann in verschiedensten Speisen Verwendung. Falls Sie kein Freund von Schärfe sind und allein der Gedanke an Scharfes schon schweißtreibend für Sie ist, hier ein Vergleich zur Beruhigung: Pippali ist lediglich in etwa so scharf wie schwarzer Pfeffer, für den Magen jedoch um einiges sanfter.

Pippali als Rasayana: Die Wirkung des langen Pfeffers

Der lange Pfeffer spielt im Ayurveda eine ganz besondere Rolle, denn er gilt als Rasayana, also als Verjüngungsmittel. Das kommt daher, dass er mit seiner süßlichen, wärmenden Schärfe die Verdauung anregt und den Körper reinigt. Dadurch reduziert er das Vata– und Kapha-Dosha und stärkt Pitta. Trotzdem wirkt der Pfeffer nicht zu extrem auf das Pitta-Dosha, sodass er selbst für die hitzigen Pitta-Typen, die sich bei anregenden Gewürzen meist eher zurückhalten sollten, wohltuend ist. Das Gewürz zieht sogar gleich eine Reihe an positiven Effekten nach sich.

Stärkend für Körper und Geist

Der lange Pfeffer wirkt anregend und kräftigend und stimuliert das Immunsystem. Er sorgt für einen klaren, scharfen Geist und stärkt sowohl Denkvermögen als auch Auffassungsgabe. Zudem kann er dabei helfen, Gewebe zu regenerieren und bei Allergien und rheumatischen Beschwerden die nötige Kraft geben, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Das feurige Gewürz haucht Ihnen wieder neuen Lebensgeist ein und schenkt wertvolle Energie. So sind Sie gut gerüstet für alle Herausforderungen des Alltags!

Schlank mit dem langen Pfeffer: gut für die Verdauung

Pippali wirkt schleimlösend

Pippali wirkt schleimlösend und reinigt die Atemwege.

Wer abnehmen möchte, hat mit dem langen Pfeffer ein ideales Helferlein. Denn als Zutat entzündet er Agni, das Verdauungsfeuer, und sagt damit Übergewicht den Kampf an.

Stoffwechselschlacken werden reduziert und Heißhungerattacken erfolgreich gezügelt. Gerade für Kaphas und Vatas ist der Pfeffer also das optimale Detox-Gewürz!

Schleimlösend – endlich durchatmen!

Selbst als Heilpflanze macht sich das Gewürz gut. Denn es hat eine schleimreduzierende Wirkung und erleichtert die Atmung. So ist es kein Wunder, dass der Pfeffer im Ayurveda besonders bei Erkältungen und Beschwerden wie chronischer Bronchitis oder Asthma eingesetzt wird.

Auf diese Weise reinigt er Ihre Atemwege und lässt Sie wieder entspannt durchatmen.

Gibt es Nebenwirkungen von Pippali?

Scharfes Essen ist zwar gesund, doch wie bei so vielem kommt es auch hier wieder auf die Dosis an. Während das Gewürz im normalen Gebrauch durchaus gesundheitsfördernd ist, sollte es dennoch nicht zu exzessiv oder über lange Zeit in zu hoher Dosierung verwendet werden. Ansonsten kann es passieren, dass die Doshas wieder aus dem Gleichgewicht kommen und der Pfeffer nicht das bewirkt, was er sollte. Bemerken Sie bereits Sodbrennen oder vermehrtes Schwitzen, reduzieren Sie auf jeden Fall die Menge. Vor allem Pittas sollten es dabei nicht übertreiben!

Schmackhafter Pippali: Anwendung des Pfeffers

Das Tolle an dem Pfeffer ist, dass er bei fast jedem Gericht dazugegeben werden kann, um es zu verfeinern! Am einfachsten ist, einfach etwas Pippali zu kaufen und dem Mittagessen als Gewürz beizumischen. Als leckere Zugabe passt er besonders gut zu Currys oder Chutneys. Vor allem eine Mischung aus drei Teilen Kurkuma und einem Teil Pippali ist sehr schmackhaft. Dadurch wird einerseits der Appetit stabilisiert und zugleich die Verdauung angeregt.

Der Pfeffer ist aber auch Teil der wichtigsten anregenden Gewürzkombination im Ayurveda, nämlich der Gewürzmischung Trikatu. Dieser kraftvolle Mix aus Pippali, schwarzem Pfeffer und Ingwer ist ein wahres Wunderelixier bei Verdauungsstörungen! Die dynamische Mischung schafft schnelle Abhilfe bei Beschwerden im Verdauungstrakt und schmeckt obendrein noch außerordentlich gut. Doch damit noch nicht genug! Denn der Würzstoff kann noch so einiges mehr.

Pippali mit Honig: reduziert Kapha

Pippali mit Honig hilft beim Abnehmen

Geheimrezept zum Abnehmen: Pippali mit Honig. © endega – stock.adobe.com

Ein Geheimtipp aus dem Ayurveda ist, den Pfeffer mit ein wenig Honig zu kombinieren. Dafür wird einfach morgens ½ TL des Pfeffers mit ein wenig Honig eingenommen. Diese Kombination reduziert Kapha und hilft so ganz besonders dabei, abzunehmen. Wer will, kann das Rezept auch noch etwas ausbauen:

  • ¼ TL Pippali Churna
  • ¼ TL Kardamom
  • 1 TL Honig

Alle Zutaten werden einfach in einem kleinen Gefäß vermischt und vor dem Essen geschluckt. Das bringt den Stoffwechsel wieder so richtig in Schwung und feuert Agni an. Probieren Sie es aus!

Traditionelle Milch mit langem Pfeffer: für überschüssiges Vata

Wenn Sie Vata reduzieren wollen, können Sie sich etwas Gutes tun, indem Sie den langen Pfeffer mit Ghee oder Milch einnehmen. Das ist ein wahrer Energiebooster und füllt die leeren Reserven wieder auf. Hier ist unser Lieblingsrezept für eine klassische Milch mit dem würzigen langen Pfeffer:

  • 250 ml Wasser
  • 250 ml Milch
  • ½ TL Pippali-Pulver
  • Kandiszucker

Die Zubereitung ist ganz simpel: Einfach Wasser, Milch und das Churna zusammen bei mittlerer Temperatur köcheln lassen, bis das Wasser verdampft ist und noch etwa 250 ml Flüssigkeit übrigbleibt. Dann kommt das Ganze noch durch ein Sieb durch und kann je nach Geschmack mit etwas Kandiszucker gesüßt werden. Lassen Sie es sich schmecken!

Die Pippali-Treppenkur

Gönnen Sie Ihrem Körper ein wenig Erholung und probieren Sie doch einmal die sogenannte Treppenkur aus! Gerade im Frühjahr ist diese Kur ideal, um überschüssiges Ama vom Winter zu reduzieren und den Körper zu reinigen! Doch auch bei Kapha-Störungen wie Übergewicht, Erkältungen, Husten oder Asthma kann sie schnell wirksam sein, um Ungleichgewicht wieder in Balance zu bringen.

So funktioniert’s:

Bei der Treppenkur wird der Pfeffer über 14 Tage hinweg erst in ansteigender, dann in abfallender Dosis eingenommen. Kochen Sie dafür das Pulver zusammen mit 125 ml Wasser und 125 ml Milch, bis nur mehr 125 ml Flüssigkeit übrigbleiben. Diese Mischung sollten Sie 2x täglich trinken, am besten morgens und nach dem Mittagessen.

Aber wie sieht es nun mit der Dosis des Churnas aus? Nun, beginnen Sie am ersten Tag mit 1 g Pippali und steigern Sie die Dosis bis zum fünften Tag um täglich 0,5 g. Während der nächsten drei Tage halten Sie diese Menge von 3 g Pfeffer dann konstant. Anschließend wird die Dosierung wieder jeden Tag um 0,5 g reduziert, bis die Kur vorbei ist.

 

Geben Sie Körper und Geist einen Energiekick mit dem temperamentvollen Pippali! Der lange Pfeffer wertet praktisch jedes Gericht auf und ist zum Abnehmen ebenso wirksam wie er befreiend für die Atemwege ist. Wer Kapha und Vata reduzieren möchte, liegt mit dem indischen Pfeffer also genau richtig.


Titelbild: © 5ph – stock.adobe.com

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Über Lisa Mauracher

Der Sonnhof ist ein magischer Kraftplatz, wo Menschen wieder zu sich finden, wo sie sich wieder spüren und wieder das Potenzial entdecken. Es ist meine Mission, in den Gästen wieder diese Freude zu erwecken und ihnen Werkzeuge mitzugeben, damit sie wieder ein erfülltes und glückliches Leben führen. Es ist ein Ort der Begegnungen und der Freude – und genau das liebe ich.

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