Ayurveda-Tipps für den Winter

Ayurveda Winter

Herbst und Winter gelten als die kalten Jahreszeiten – aber heißt das, dass du dich bei Wind und Wetter zwingend schlapp fühlen musst? Natürlich nicht! Denn es gibt genug Ayurveda-Tipps, die dich gesund und zufrieden durch den Winter bringen. Von der Yoga-Praxis bis zur besänftigen Wirkung der Ernährung: Wir erklären dir, was für eine glückliche Winterzeit wichtig ist!

Was ist im Winter anders?

Der wohl größte Unterschied im Winter ist, dass zu dieser Zeit die Vata- und Kapha-Strömung viel stärker ausgeprägt ist. Um etwas genauer zu werden: Von Mitte Oktober bis kurz vor Weihnachten ist das Agni besonders stark und Vata-Merkmale bauen sich zunehmend auf. Etwa ab Weihnachten bis Ende Februar erreicht das Vata dann die höchste Ausprägung und es wird verstärkt Kapha aufgebaut.

Und was bedeutet das für deinen ganz normalen Alltag? Im Prinzip vor allem, dass dein Verdauungsfeuer mitten im Winter am aktivsten ist und du deshalb selbst schwere, fettige Speisen gut verdauen kannst. Dein Körper ist sogar auf eine reichhaltige Ernährung angewiesen, um kein Körpergewebe abzubauen.

Indem du nahrhafte Lebensmittel isst, hältst du zudem dein Immunsystem bei Kräften. Typische Winterkrankheiten wie Schnupfen oder Grippe können dir dann erst gar nichts anhaben. Aber was tun, wenn du dich trotzdem oft energielos fühlst?

Mehr Energie im Winter durch Ayurveda

Wenn dir im Herbst und Winter oft die Energie fehlt, kann das an der Ernährung liegen. Ja, richtig gelesen: Auch wenn der Körper jetzt mehr nahrhafte Mahlzeiten braucht, solltest du es trotzdem nicht übertreiben.

Wie du im Winter richtig isst

Wenn wir über den Energiebedarf hinaus essen, ist das eben doch viel Arbeit für das Agni. Versuche deshalb, von deinen Wintermahlzeiten nur so viel zu essen, dass keine Trägheit entsteht. Schließlich gilt im Ayurveda grundsätzlich: Lass immer etwa ein Drittel des Magens leer, dann fühlst du dich nach dem Essen nicht beschwert und müde.

Wie du eine Winter-Routine entwickelst

Abgesehen von der Ernährung spielt es für deine Energiereserven im Winter außerdem eine große Rolle, wie du durch den Tag gehst. Am wohlsten fühlen wir uns im Winter, wenn wir eine Routine entwickeln können, die uns Stabilität gibt. Gehe zum Beispiel immer ungefähr zur gleichen Zeit und möglichst etwas früher ins Bett, damit du mehr Schlaf bekommst.

Wenn es dein Tagesablauf zulässt, beginnst du den Tag idealerweise mit einer Yoga-Einheit. So wirst du gleich viel schneller wach. Reibe dich danach gründlich mit warmem Öl ein und lass es kurz einwirken, bevor du die Reste mit warmem Wasser abduschst. Die Kombination aus leichter Bewegung und Massage belebt den Kreislauf.

Dass eine warme Dusche im Winter herrlich angenehm ist, dürfte sowieso kein Geheimnis sein. Abgesehen davon gibt es im Ayurveda noch einige weitere Möglichkeiten, die lästige innere Kälte im Winter gar nicht erst aufkommen zu lassen. Die besten Tipps findest du hier im Text und zusammengefasst in unserem Video:

 

Was tun gegen innere Kälte im Winter?

Es ist ebenfalls kein Geheimtipp, aber doch ein wirksamer: Wenn dir im Winter schnell kalt ist, hilft neben warmer Kleidung auch warmes Essen und Trinken. Nimm so viele Mahlzeiten und Getränke wie möglich warm ein.

Tipp 1: Die richtigen Getränke

Es hilft zum Beispiel schon, wenn du immer eine Thermoskanne mit heißem Wasser bei dir hast oder in der Früh auf nüchternen Magen ein Glas warmes Ingwerwasser trinkst. Versuche, das Wärmeprinzip konsequent umzusetzen. Das heißt: Trinke nach Sport und Bewegung eben kein kaltes Getränk, sondern lieber etwas (Lau-)Warmes.

Tipp 2: Die richtige Bewegungsform

Was hilft noch gegen das Kältegefühl? Ganz genau: Bewegung! Was dir dabei am besten tut, hängt aber von deinem Konstitutionstyp ab. Um Kapha anzuregen, eignen sich zum Beispiel intensive Bewegungsarten wie Jogging, schnelles Gehen oder Skitouren gut. Zur Vata-Beruhigung hingegen übst du lieber sanfte Bewegungsarten wie längere Yoga-Einheiten. Übrigens: Viele Pranayama-Atemübungen heizen schnell von innen auf, Stichwort Feueratem!

Tipp 3: Die richtige Gesellschaft

Jemanden zu treffen, der uns wichtig sind, tut natürlich immer gut. Gerade im Winter hilft es aber umso mehr, sich regelmäßig mit den Menschen zu verabreden, die man gernhat. Denn bei so einem gemütlichen Beisammensein wird einem gleich automatisch ein bisschen wärmer ums Herz, oder nicht? Ach ja: Im späten Winter darf bei so einem Treffen gern das eine oder andere Glas Rotwein getrunken werden.

Tipp 4: Die richtige Atmosphäre

Gute Gesellschaft ist im Winter ganz besonders wichtig. Gleich wichtig ist es allerdings, die Balance zu finden und auch mal eine Auszeit zu nehmen. Mach es dir mindestens einmal in der Woche so richtig gemütlich und tu nur das, wonach dir ist: Nimm ein langes Bad, lies ein gutes Buch, meditiere, höre Musik… Die perfekten Begleiter für so einen gemütlichen Abend sind Räucherstäbchen, Kerzenlicht und warme Kuschelsocken!

Die besten Tipps zur Ayurveda-Winter-Ernährung

Von der Ernährung war bisher schon ein paarmal die Rede – Zeit, sich das Thema genauer anzusehen! Fangen wir einmal mit dem grundlegen Ziel der Ayurveda-Ernährung im Winter an: Kapha soll besänftigt werden, ohne dabei Vata anzuregen.

Es kann je nach individueller Veranlagung genauso gut andersherum sein. Wichtig ist einfach, eine Balance herzustellen. Für diesen Zweck sehr gut geeignet sind zum Beispiel diese Lebensmittel:

  • Früchte: gekochte/gebackene Äpfel, andere heimische Obstsorten, in Sahne und Zimt eingeweichte Datteln, Feigen oder Rosinen
  • Gemüse: rote Beete, Spinat, Knoblauch, Pilze, Lauch, Rosenkohl, Schwarzwurzel
  • Getreidesorten: Haferflocken, Weizen, Basmatireis oder brauner Reis, Roggen, Gerste, Amaranth
  • Nüsse und Samen: Haselnüsse, Walnüsse, Mandeln, Pistazien, Kürbis- und Sonnenblumenkerne
  • Milchprodukte: (warme) Ziegen- und Kuhmilch, Sauerrahm, Weidebutter oder Ghee
  • Öle: Oliven-, Sonnenblumen-, Mais-, Mandel und Sesamöl

Wenn du dich vegan ernährst, solltest du im Winter besonders viele Nüsse, Samen und nahrhafte Gemüsesorten essen, um genug Energie zu bekommen. Für alle, die sich nicht vegan oder vegetarisch ernähren, bieten sich Cremesuppen, fleischhaltige Eintöpfe und Süßspeisen mit Honig an.

Natürlich gilt aber im Winter ganz genau wie zu jeder anderen Jahreszeit: Hör auf deinen Körper. Solltest du dich zum Beispiel einmal übersättigt und träge fühlen, kannst du einfach einen Tag Wasser- oder Saftfasten einlegen. Und nicht vergessen: Iss „gemütlich“, das heißt, langsam und ganz ohne Ablenkung. So kannst du deine Mahlzeit richtig genießen und merkst schneller, ob du satt bist.

Was macht eine Vata-beruhigende Ernährung aus?

Wie schon erwähnt, ist es im Winter wichtig, Vata zu beruhigen. Bezüglich der Ernährung bedeutet das unter anderem, dass nährende, gekochte Gemüsesorten immer mit etwas Ghee verfeinert werden sollten. Die ayurvedische Butter kannst du ganz allgemein immer gut zum Kochen verwenden.

Süße, warme Mahlzeiten wirken Vata-reduzierend. Das kann ein warmer Getreidebrei aus Haferflocken oder Gries zum Frühstück sein oder süßes, reifes Obst. Es kann aber genauso ein Auflauf mit Süßkartoffeln oder Karotten sein – ganz nach Vorliebe!

Weitere Vata-geeignete Lebensmittel sind rote Beete und Erbsen. Aus dem Gewürzregal darfst du dich reichlich an Anis, Muskat, Nelken und Basilikum bedienen. Abgesehen davon, solltest du auf koffeinhaltige Getränke wie Kaffee und schwarzen oder grünen Tee verzichten, um dein Vata zu beruhigen. Aber keine Sorge: Dank vieler guter Ayurveda-Getränke dürfte das das nicht schwerfallen!

Wärmende Lebensmittel laut Ayurveda

Ayurveda Winter Gewürze

Es gibt tolle Gewürze, die im Winter wärmen und die Durchblutung fördern

In der Ayurveda-Küche wird Wärme mit Vorliebe durch Gewürze erzeugt. Das Schöne daran: Gewürze kannst du ganz nach Lust und Laune in deine Mahlzeiten integrieren – langweilig wird es nie!

Einen wärmenden Effekt im Winter haben neben dem Alleskönner Ingwer zum Beispiel Bockshornklee, Chili, Zimt oder Kurkuma. Oder wie wäre es mit einem Gewürztee, der die Durchblutung anregt und von innen Wärme erzeugt? Gib dafür einfach in deinen regulären Lieblingstee je einen halben Teelöffel getrockneten Ingwer, Zimt und Gewürznelken.

Wie du siehst, gibt es viele Möglichkeiten, sich auch im Winter rundum wohlzufühlen. Denn nur weil es draußen kälter wird und die Tage etwas kürzer sind, muss diese Jahreszeit deshalb nicht gleich mühsam sein. In diesem Sinne wünschen wir dir eine gemütliche Herbst- und Winterzeit und viel Freude mit unseren Ayurveda-Wintertipps!

Über Lisa Mauracher

Der Sonnhof ist ein magischer Kraftplatz, wo Menschen wieder zu sich finden, wo sie sich wieder spüren und wieder das Potenzial entdecken. Es ist meine Mission, in den Gästen wieder diese Freude zu erwecken und ihnen Werkzeuge mitzugeben, damit sie wieder ein erfülltes und glückliches Leben führen. Es ist ein Ort der Begegnungen und der Freude – und genau das liebe ich.